Will man in Stuttgart einen Franzosen antreffen, so wird man es auf den ersten Blick nicht leicht haben. Schließlich sind unsere Nachbarn in Europa augenscheinlich wenig anders, als die deutschen Stuttgarter selbst. Das könnte sich bei der Fußball-WM ändern, wenn sich die Franzosen unter uns als begeisterte Anhänger ihres Nationalteams zu erkennen geben. So auch Gabriel Breda und seine Kollegin Sandra Gaborit. Die beiden Exil-Franzosen haben in Stuttgart ihr neues Zuhause gefunden und gehen hier ihrer gemeinsamen Arbeit als Teil eines Dienstleisters für das Hochschul-Erasmus-Programm nach. Weiterlesen…
Steckbrief Frankreich
1. WM-Teilnahme: 1930 in Uruguay | In der Vorrunde ausgeschieden
Anzahl bisheriger WM-Teilnahmen: 13
Beste WM-Platzierung: Weltmeister 1998 in Frankreich
Weltranglistenplatz: 7
Gebt mir ruhig die Schuld
Es fällt mir nicht leicht, das zuzugeben, aber ich glaube ich bin Schuld an der Niederlage. Ich hab es nicht geschafft, das Spiel anzuschauen. Musste genau heute von Mainz nach Berlin fahren. Public Viewing oder Fernsehen war da einfach nicht drin.
Das ist wahrscheinlich noch etwas zu simpel, um die kosmischen Ausmaße der Geschichte zu glauben. Jetzt kommt das Schlimmste: Ich wollte natürlich trotzdem das Spiel verfolgen und habe, intelligent wie ich bin, beschlossen, Radio zu hören. Weiterlesen…
Feiern überm Kessel
Deutschland, ein Sommermärchen. Heute war das wohl eher ein Regenmärchen, denn in Vaihingen auf dem Campus hat es gefühlt seit Donnerstagabend geregnet. Aber den echten Fußballfan hält ein Dauerregen natürlich nicht auf. Wir sehen uns das zweite Spiel der deutschen Mannen im Unithekle auf dem Campus an – ‘ne dicke Leinwand, 720er-HD-Übertragung für die verwöhnten Augen und ein gutes Bier sind die Zutaten für den Spitzenschmaus. “Kein Bier vor vier”, aber es ist ja WM…
Vive la Trance!
Wer hätte auch das erwartet. Die Franzosen schmieren ab, wir sitzen beim Italiener – und weit und breit ist kein Fernseher aufzutreiben. “Die liegen 0:2 hinten”, ruft der Kollege nach Studium seines Livetickers, als wir uns gerade ans Dessert machen. Und nichts genaueres ist nicht zu erfahren.
Dabei nervte es dieser Tage schon, dass hierzulande keine Kneipe, keine Bar, kein Restaurant mehr zu finden ist, die ihrer Kundschaft nicht auch noch das uninteressanteste Vorrundenspiel mittels eines riesigen Flatscreens aufdrängt. Und ausgerechnet als es spannend wird, stellen wir fest, dass wir endlich eine gefunden haben. So ein Käse!
Ein Glück, dass es auf der gut beheizten Terasse wenigstens ein funktionierendes Handynetz gibt!




